Sprecher*Innen

Tilman Leher

Mein erstes Hörbuch habe ich im Alter von 20 Jahren aufgenommen. Es hatte nur eine Hörerin: meine Großmutter. Sie war im Alter erblindet und zur dankbaren Hörerin der Bayerischen Blindenhörbücherei geworden. Das kann ich auch, dachte ich und sprach Oskar Maria Grafs „Wir sind Gefangene“ mithilfe eines alten Kassettenrekorders auf unzählige Bänder, ein Buch, das Omi in jungen Jahren gut gefallen hatte. Bei Versprechern musste ich anhalten, zurückspulen und neu ansetzen.

In meinem bunten Berufsleben hatte ich dann viel mit gedruckten Worten zu tun, beim Sprechen für Radio, Fernsehen, Computerspiele und vieles mehr, aber auch als Gestalter von Büchern, Zeitschriften und Plakaten. Im Jahr 2013 begann ich selbst in den Studios an der Lothstraße zu lesen, wo inzwischen glücklicherweise moderne Digitaltechnik Einzug gehalten hat. So wie die Buchstaben sich für den Lesenden in Bilder verwandeln, möchte ich, dass sich das gesprochene Wort als Teleporter, als Zeit- und Raumfahrzeug für Hörerinnen und Hörer erweist. So abwechslungsreich und spannend, dass man dranbleibt, aber auch so, dass die Interpretation Platz für eigene Vorstellungen lässt.

Aufsprachen von Tilman Leher

Hörprobe: